zweijahrtausendfern / fevertree
Essenheimer Kunstverein
URBAN ECHOES
Digitale Collage auf Tapete, Canvas, Holz und Aludibond
Freistehende Konturfiguren, Print auf Holzkonstruktion, Sandsäcke, künstliches Blattwerk
Gerahmte Aquarelle
2024
Größe: variabel
Patricia Lambertus schafft bildgewaltige Rauminstallationen. Sie bewegen sich im Spannungsverhältnis von Fiktion und Realität sowie von Schönheit und Zerstörung. Innerhalb des Bildraums gibt es diverse Schichten von Bildern – ein Querschnitt verschiedener Zeiten auf einer Ebene. Es sind Aneignungen aus der Kunstgeschichte, aus den Medien, Fundstücke aus dem Netz sowie eigene Bilder, die während ihrer Rechercheaufenthalte entstanden sind.
Mit den Mitteln der Collage/Decollage durchbricht Patricia Lambertus scheinbare Wirklichkeit. Es gibt offensichtliche Brüche, Risse und Schnittkanten. Sie führt dem Betrachter die Trompe-l´œil-Effekte offen vor, sodass er gleichzeitig illusioniert und desillusioniert wird.
Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-Museum, Bremen sagt über Patricia Lambertus: Sie „macht Wahrnehmung sichtbar und gibt Hinweise auf ein Sehen und Begreifen jenseits des Verstandes. Indem die Künstlerin vorhandene digitale Abbildungen sampelt, erreicht sie einen eigentümlichen Realitätsgrad, […] und schafft eine völlig unwirkliche Welt“. In der wir dennoch Bekanntes wiederfinden.
In Essenheim zeigt sie Arbeiten aus den Werkzyklen „zweijahrtausendfern“ und „fevertree“. „zweijahrtausendfern“ basiert auf der Recherche zu den historischen Wandmalereien der Stadt Pompeji. Die antiken immersiven Raumbilder werden mit zeitgenössischen und futuristischen Bildern collagiert und zeigen die Vergänglichkeit menschlicher Zivilisation auf.
„fevertree“ entstand aus den Eindrücken mehrerer Südafrika-Reisen. Der Titel ist von der charakteristischen Vegetation der Gelbrindenakazie abgeleitet, lässt aber auch an luzide Fieberträume denken, in denen sich Realitäten verschieben. Exotismus, Kolonialismus, Gegenwart und Science-Fiction werden hier zusammengeführt und regen zu eigenen Assoziationsketten an.