Autonomie des Inneren

Ausstellungshalle Hawerkamp, Münster

Autonomie des Inneren

Installation, Malerei, Zeichnung

2024

4 / 5

Petra Fiebig · Patricia Lambertus · Barbara Rosengarth
20.09. – 13.10.2024
Ausstellungshalle Hawerkamp

Mit AUTONOMIE DES INNEREN zeigen Petra Fiebig, Patricia Lambertus und Barbara Rosengarth drei eigenständige Positionen, die sich mit Raum, Innenraum und Interieur als mentalen, bildnerischen und architektonischen Konstruktionen auseinandersetzen. Im Zentrum steht die Frage, wie innere Bilder, Erinnerungsräume und gebaute Umgebungen sichtbar werden — nicht als bloße Darstellung, sondern als Erfahrung zwischen Fläche und Tiefe, Ornament und Architektur, Wahrnehmung und Projektion.

Die Ausstellungshalle Hawerkamp wird dabei zum Resonanzraum für drei unterschiedliche künstlerische Handschriften: präzise Zeichnung, kaleidoskopische Malerei und digital generierte Installation. Gemeinsam verhandeln die Arbeiten den Raum nicht als stabile Gegebenheit, sondern als etwas, das durch Bilder, Körper, Erinnerung und Wahrnehmung fortlaufend konstruiert wird.

Barbara Rosengarth untersucht in ihrer Malerei das Verhältnis von Fläche und Raum. Aus kleinteiligen Mustern entstehen rhythmisch gebrochene Systeme, die sich verschieben, kippen und Wahrnehmungsgewohnheiten irritieren. Ihre Arbeiten erinnern an Tapeten, entziehen sich jedoch einer dekorativen Lesart und werden zu optischen Räumen eigener Ordnung.

Patricia Lambertus nutzt Tapeten als Träger großformatiger Installationen. In barock anmutender Opulenz entstehen imaginäre Räume, die zugleich vertraut erscheinen — als wären sie im kollektiven Bildgedächtnis gespeichert. Flache Elemente und Aufsteller erzeugen gezielt Irritationen von Dreidimensionalität und verschieben die Grenzen zwischen Bühne, Kulisse und realem Raum.

Petra Fiebig entwickelt mit Grafitzeichnung filigrane Oberflächen und fein differenzierte Grauabstufungen. Interieursituationen bilden dabei wiederkehrende Motive. Ihre Installationen verbinden plastische Objekte mit großformatigen Zeichnungen und schaffen dichte Raumbilder, in denen Materialität und Illusion ineinandergreifen.

AUTONOMIE DES INNEREN versteht Raum als innere und äußere Konstruktion: als etwas, das sich zwischen Bild und Umgebung, Erinnerung und Gegenwart, Projektion und Fakt entfaltet.