Amalgamate
Museum Syker Vorwerk
Female Gaze & Power
Kooperationsprojekt mit Simone Haack (Haack/Lambertus)
Hunter’s Green, digitale Collage auf Tapete; acht Ölmalereien auf Leinwand
2024
Foto: Fotos: Tobias Hübel
Für das Balkonzimmer im ersten Stock des Syker Vorwerks entwickelten Simone Haack und Patricia Lambertus erstmals eine gemeinsame Installation. Der Titel Amalgamate verweist auf ein Verschmelzen unterschiedlicher Materialien, Bildsprachen und künstlerischer Verfahren zu einer gemeinsamen räumlichen Komposition.
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Geschichte des Ortes. Das Syker Vorwerk, am ländlichen Rand des Ortes gelegen, diente ursprünglich der Versorgung des Syker Schlosses. Um 1800 wurde ein Teil des Gebäudeensembles zum Wohn- und Verwaltungssitz des örtlichen Forstamtes umgebaut. Vor diesem Hintergrund greifen Haack und Lambertus das Thema der Jagd auf — nicht als dokumentarische Darstellung, sondern als kulturelles, symbolisches und mythologisches Feld.
Im Zentrum steht die Figur der Diana, auch Artemis: Göttin der Jagd, des Mondes und der Geburt, Hüterin des Waldes und der Wildnis. In ihr verbinden sich Schutz, Unabhängigkeit, Naturverbundenheit und der Kreislauf von Leben und Tod. Die Installation nähert sich diesen Motiven über historische Verweise, zeitgenössische Bildfragmente und atmosphärische Setzungen.
In Amalgamate treffen die unterschiedlichen künstlerischen Sprachen von Haack und Lambertus aufeinander. Patricia Lambertus arbeitet mit collagehaften Rauminstallationen, in denen historische, gesellschaftliche und mediale Bilder in neue räumliche Zusammenhänge überführt werden. Simone Haack entwickelt eine figurative Bildsprache, die sich realistischer Mittel bedient, ohne Realität abzubilden; ihre Figuren erscheinen als psychisch verdichtete Erscheinungen zwischen äußerer Präsenz und innerem Zustand.
Gemeinsam entsteht ein installativer Bildraum zwischen Jagd, Mythos, Wildnis und Projektion. Historische Spuren, malerische Figuren und räumliche Collageelemente verbinden sich zu einer offenen Komposition, in der Natur nicht als idyllischer Gegenraum erscheint, sondern als ambivalenter Ort von Schutz, Begehren, Kontrolle und Verwandlung.