2009
Gleishalle Bremen
Fries im Gleisbett
Tapete
1,5 m x 94,2 m
In einer leerstehenden Industriehalle, die ehemalige Gleishalle des Güterbahnhofs, fand im Mai 2009 der Bremer Kunstfrühling statt. Auf 14.000 Quadratmetern präsentierten sich Museen, Kunstvereine, Künstlerhäuser, Galerien sowie die Künstlerplattform "Spring!", die mit 45 KünstlerInnen von Dirck Möllmann kuratiert wurde.
Das Wasserwogenband, welches auch als laufende Welle oder laufender Hund bezeichnet wird, ist eine alte Ornamentform, die in der Architektur als Fries zur Hervorhebung oder Unterstreichung einzelner Bauelemente benutzt wird. Die temporäre Installation "Wasserwogenband" greift eine Situation aus der jüngeren Vergangenheit auf: 2007 inszenierte Johann Kresnik in der Halle Kafkas "Amerika". Für die Aufführung wurde ein Gleisbett mit 700.000 Liter Wasser geflutet. Der Mittelsteg hielt dem Wasserdruck über Nacht nicht stand. Das Wasser flutete die benachbarten Tonstudios, Proberäume und Ateliers. Der Bahnsteig brach und rutschte ins Gleisbett.
Auf diesem beinahe 100 Meter langem, gebrochenen Bahnsteig collagierte Patricia Lambertus aus gerissenen Tapetenversätzen das Wasserwogenband als Kommentar auf die stumme Hinterlasssenschaft.