2007
Bremen, Projekt Sproutbau
temporäre Installation
Tapete
82,87 m2
Im Sommer 2007 fand an Bremens Peripherie in einem leerstehenden, abbruchreifen Hochhaus das Projekt „Sproutbau“ statt, ein einmonatiges Symposium zum Thema Wohnutopie, zu dem 80 Teilnehmer aus 15 Nationen und den unterschiedlichsten Disziplinen geforscht, gearbeitet, gewohnt und gefeiert haben. Die vor Ort entstandenen Ergebnisse wurden im Anschluß auf der „Betonale“, einem dreitägigen Festival, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Meine raumbezogene Arbeit „Sophies Garten“ entstand in einer Wohnung im dritten Stock.
Ein leerstehender Wohnraum hinterlässt immer Spuren und diffuse Stimmungen ehemaliger Bewohner, was mich zu künstlerischer Auseinandersetzung angeregt hat. Mein Fokus lag diesbezüglich auf der industriell gefertigten Wandbekleidung: der Tapete. Oft ist diese mit floralen, dekorativen Mustern versehen, was mich vermuten lässt, dass sich Menschen gerne formal ein Stück der Außenwelt ins Innere, in ihre Behausung , holen.
Um dieses Phänomen zu verstärken, legte ich also einen „Garten aus Tapeten“ an. Dafür benutzte ich sowohl die in der Wohnung vorhandene Tapete als auch eigens dafür ausgewählte.
So ließ ich Raum für Raum tapezierend wachsen und wuchern, bis sich einzelne Schwerpunkte in den Räumen herauskristallisierten: in einem Raum ein Schwanenteich, einem anderen eine Fontäne, ein Acker, eine Weide, ein Wintergraten, eine Obstwiese und ein Schlosspark, durch den man flanieren konnte. Jeder Raum wurde zu einer eigenen Welt aus Mustern, Strukturen und Farben, in die man eintauchen konnte.
